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Sport 11.03.2010
-
Handzahme WM-Gegner - Schumacher ohne Prognose
Von Jens Marx, dpa
Sachir
Von Sticheleien war noch rein gar nichts zu spüren. Gut gelaunt und handzahm gaben sich Michael Schumachers weltmeisterliche Widersacher bei der offiziellen Eröffnungs-Pressekonferenz zum Großen Preis von Bahrain.

«Wir sind alle glücklich, dass er hier ist. Es ist gut für uns alle, das kann der Formel 1 nur helfen», sagte der zweimalige Formel-1-Champion Fernando Alonso über Schumacher, der Kaugummi kauend ihm zuhörte. «Eine WM gegen ihn zu gewinnen ist mehr wert», sagte der Spanier und lieferte auch gleich die Begründung: «Was Michael erreicht hat, ist vielleicht unmöglich zu wiederholen. Wir sind uns alle einig, dass Michael der beste aller Zeiten ist.» Und Schumacher berichtete mit Blick auf alle 23 Rivalen auf der Rennstrecke, dass er nicht wisse, «warum einer nicht in der Position sein sollte, mit mir zu kämpfen. Ich habe größten Respekt vor jedem», sagte der siebenmalige Weltmeister und 91fache Grand-Prix-Gewinner.

Mit hellwachem Blick und den Oberkörper stolz aufgerichtet, verfolgte Schumacher die Pressekonferenz. Rechts neben ihm Ferrari-Neuzugang Alonso, links der zweite Rückkehrer und zweite Ferrari-Pilot, Felipe Massa. Hinter dem 41 Jahre alten Kerpener, der als einziger des Quintetts sich den umgebauten Kurs in der Wüste von Sachir bereits angeschaut hatte, saßen Weltmeister Jenson Button und dessen Teamkollege und Ex-Champion Lewis Hamilton. «Ich hoffe, dass wir dann dastehen und vielleicht die PK mit fünf Weltmeistern inklusive mir machen», sagte Sebastian Vettel zum Treffen der Titelträger und vorausblickend aufs kommende Jahr. Der Heppenheimer fügte dann noch hinzu: «Was die vier machen, ist mir ziemlich wurscht.»

Der, der Vettel im vergangenen Jahr als einziger schlug, ist Button. «In das Auto mit der Nummer 1 einzusteigen ist ein besonderes Gefühl», meinte der Brite, der die Weltmeister-Nummer vom damaligen Brawn-Team zu McLaren-Mercedes mitnehmen durfte. Angesichts der hochkarätigen Besetzung des insgesamt 24-köpfigen Fahrerfeldes befand der Brite: «Für einen Formel-1-Fan sollte die Saison elektrisierend sein.»

Doch tun sich alle äußerst schwer mit Prognosen - auch Schumacher. «Es gab noch mal ein Update vom Auto, das von Anfang an geplant war. Wir müssen jetzt gucken, wie weit das uns positioniert. Das ist ein bisschen schwierig einzuschätzen», sagte er am Morgen bei einem Medientermin seines neuen Mercedes-Werksrennstalls. Viel, wenn nicht sogar alles hänge wohl von der Leistungsstärke seines neuen Rennwagens ab. Endlich Gas geben beim ersten von 19 Grand-Prix- Wochenenden in dieser Saison kann Schumacher im neuen MGP W01 beim Training. Das kann er kaum erwarten. «Wenn ich dann morgen im Auto sitze, werde ich mich natürlich schon sehr emotional fühlen», sagte der 41-Jährige. Er freut sich darüber, «dass nach wie vor so viele hinter mir stehen und an mich glauben. Das ist sehr motivierend, keine Frage», erklärte er.

Mit Vorhersagen hielt sich auch Alonso zurück, dessen Ferrari bei den Testfahrten im Februar - allerdings bei gänzlich anderer Witterung als im 30 Grad heißen Bahrain - den besten Eindruck hinterlassen hatte: «Wir vergleichen nicht so sehr die Zeiten im Winter und machen auch keine Vorhersagen fürs erste Rennen.» Ferrari, McLaren, Red Bull mit dem deutschen Vizeweltmeister Sebastian Vettel und Mercedes mit Schumacher und Nico Rosberg - jedes der Teams könne Favorit sein fürs erste Rennen. Als mögliche Überraschungen haben viele - auch Alonso - zudem Sauber oder Force India mit dem deutschen Adrian Sutil auf der Rechnung. «Es gibt sicherlich die vier Top Teams mit Ferrari, McLaren, Mercedes GP und Red Bull, dahinter kommen wir aus meiner Sicht mit Sauber, Toro Rosso und Renault», sagte der Gräfelfinger Sutil der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Schenken wird er ebenso wie seine deutschen Mitstreiter dem einzigartig ruhmreichen Rückkehrer nichts. Einen Schumacher zu besiegen sei «sicherlich ein persönliches Highlight», sagte Sutil. Neuling und Williams-Pilot Nico Hülkenberg meinte: «Ich glaube, es bremst keiner für Michael. Wenn man den Jahrhundert-Rennfahrer hinter sich hat, will man ihn nicht vorbeilassen.» Auf der Strecke werde einem nichts geschenkt - «Weder der Konkurrenz noch dem eigenen Teamkollegen, egal wie der heißt oder welche Erfolge er bisher eingefahren hat», pflichtete ihm Schumachers Rennstallrivale Rosberg bei.



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